Über Verletzlichkeit und Resilienz

Ich arbeite mit brennbaren Materialien. Meine Unikate aus Porzellan sind weiß mit bunt gefärbten Schlickerschichten oder mit Gold bemalt. Überwiegend brenne ich in einem Brand, meine Signatur und das Entstehungsjahr sind an die Unterseite geritzt.

Das Aussehen meiner Werke ist davon abhängig wie tief ich die unterschiedlichen Medien schichte und verdichte. Ich überreize die Belastungsgrenze dieser Materialien extrem, bis Ausflüsse, Risse und Rauheiten aus dem Innen heraus an die Oberfläche quellen oder Hohlräume formen. Meine Objekte erinnern mich an erstarrte Lava-Ausflüsse oder vertrocknete Erdkrusten. Sie spiegeln mir die Verletzlichkeit der Natur, wie sie von uns Menschen ausgebeutet und gekrümmt wird, sowie mir gleichzeitig ihre resilienten Kräfte ins Gedächtnis kommen.

 Ich arbeite in Serien und Objekten, wobei alle Werke aus geometrischen Formen entstehen. Eine Serie nenne ich ‚ellipsoide / eier des lebens‘. Während ein Ei in Kulturen, Mythen und Religionen als ein Symbol für neues Leben, Wiedergeburt und Fruchtbarkeit betrachtet wird, mache ich im ‚Gelege‘ der aufbrechenden Ellipsoide die Verletzlichkeit von uns Menschen deutlich. Hier liegen die Geburt und der Tod so nahe beisammen, wie mein Scheitern, meine Kreativität und Widerstandsfähigkeit. Vielleicht führen die geometrischen Reihen ein unbewusstes Eigenleben mit meinen haptischen Erinnerungen oder präsentieren sich wie die ‚deformierten kreise auf elliptoiden‘ völlig sinnentleert. Erst auf den zweiten Blick entdecke ich Handtaschen, mit denen ich unterwegs sein kann.

Betrachtende können die unvollkommen wirkenden Oberflächen meiner Werke visuell und durch Berühren der offenen Strukturen erleben. Ich lade Sie ein, Ihre ganz persönliche Deutung zu wählen. Vielleicht sind meine Werke symbolische Ankerplätze?

In den 1970er Jahren entwickelte ich meine Berufung für Keramik. Nach der Ausbildung zur Keramikerin von 1977 bis 1981 habe ich 1992 mein Studio keramik_art in Wien gegründet.

Mehrfach international ausgezeichnet, Finalistin bei zahlreichen internationalen Keramikbiennalen und Teilnahme an internationalen Ausstellungen, Keramiksymposien und länderübergreifenden Kunstprojekten. Gründerin und Präsidentin des Vereins ICCA-International Contemporary Ceramic Art 2004 bis 2012, 2014 bis 2022 Vizepräsidentin Künstlerhaus, Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs in Wien. Projektentwicklung von #AHA 2025 Attitude.Asenne.Haltung.Attegiamento mit Künstlerinnen aus Deutschland, Italien und Finnland. Das Projekt wurde mit Mitteln der EU, Culture Moves Europe gefördert.

Mitglied International Academy of Ceramics (AIC-IAC) in Genf und ordentliches Ehrenmitglied Künstlerhaus, Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler in Wien.

Ausführliche Biografie

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Article Ceramics Now - Contemporary Ceramics Magazine

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